Erinnerungen, Traumata, ein aufziehender Bürgerkrieg: Darum geht es in dem Roman Libido des belarussischen Schriftstellers Illja Sin, der 2018 erschien. Wir präsentieren Auszüge aus der ausgezeichneten Antiutopie.
Zahlreiche deutsche Alternativmedien unterhalten Verbindungen nach Russland – persönlich, finanziell oder über Medienpartnerschaften, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Arista Beseler.
In ihrem Buch Traumwerke aus dem Jahr 2011 stellt die belarussische Dichterin und Autorin Vera Burlak die Welt sprachlich und förmlich auf den Kopf – mit Text-Miniaturen, die Fantasiefunken sprühen lassen.
In Europa verkannt, in Belarus teilweise verboten: In unserem Special könnt ihr Kurzprosa und Geschichten von Autoren und Schriftstellerinnen klassischer und zeitgenössischer belarussischer Literatur entdecken – mit Illustrationen von Katsiaryna Dubovik.
Das Leben im Exil, zu dem viele Belarussen gezwungen wurden, weil sie ihr Land aus Angst vor Verfolgung und Festnahme verlassen mussten: Darüber spricht die belarussische Sängerin Ketevan im Interview mit dem Online-Portal Budzma.
Warum sich Literatur und Realität immer wieder so nahe kommen – aktuell auf unheimliche Art und Weise in Bezug auf Belarus und die Ukraine. Darüber schreibt der belarussische Lyriker Andrej Chadanowitsch in seinem Essay für unser Projekt Spurensuche in der Zukunft.
Kurapaty ist ein Wendepunkt in der jüngeren belarussischen Geschichte. Als die Entdeckung von Massengräbern am nordwestlichen Rand der belarussischen Hauptstadt Minsk im Jahr 1988 bekannt wurde, ging ein Aufschrei durch die Gesellschaft. Wie konnte es passieren, dass Zehntausende Belarussen unter Stalin ermordet wurden? Warum wurde so lange über das Thema geschwiegen?
Kultur – von Anna Wolynez , Andrej Januschkewitsch
Literatur und Autoren werden in Belarus für „extremistisch“ erklärt und Verlage werden verboten – wie der Verlag Januškevič, der nach Polen emigrierte. Sein Gründer Andrej Januschkewitsch in einem Beitrag von Anna Wolynez über die Repressionen in seiner Heimat und die Chancen der belarussischen Literatur im Exil.
Wladimir Potanin ist der zweitreichste Mann Russlands. Den Grundstein für sein Wirtschaftsimperium legte er in den 1990er Jahren, als er selbst die Regeln für die Privatisierung großer Staatsbetriebe mitgestaltete, dank derer er in den Besitz des Buntmetall-Riesen Norilsk Nickel kam. Seit Beginn des vollumfänglichen Krieges gegen die Ukraine konnte er sein Wirtschaftsimperium sogar ausbauen. Er steht auf den Sanktionslisten der USA und Großbritanniens – Deutschland hingegen treibt weiter Handel mit dem „Nickel-König“.
Konstantin Ernst ist der „Kreativdirektor“ des Kreml. Der Chef des Staatssenders Erster Kanal gestaltet den visuell-medialen Stil von Putins Russland. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Sotschi trug ebenso seine Handschrift wie die jährliche Call-in-Sendung Der direkte Draht mit Wladimir Putin. Vom Hollywood-Kino lernte Ernst, wie man über Emotionen Massen erreicht – und stellte dieses Talent in den Dienst des Regimes.
Mikola Statkewitsch ist in Belarus einer der bekanntesten Oppositionsführer der älteren Generation. Er wurde zu zahlreichen Haftstrafen verurteilt, auch aktuell ist er in Haft. Waleri Karbalewitsch über einen nationalbewussten Sozialdemokraten, der sich dem Kampf gegen die Diktatur verschrieben hat.
Im Exil ist er sichtbar, in Russland kaum: Protest und Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg. Doch viele Russinnen und Russen versuchen, dem Krieg auch im Land etwas entgegenzusetzen.
Ist das noch Kunst – oder nur noch Propaganda? Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verbreitet sich in Russland eine neue Form der Massenkultur, die alles daran setzt, die sogenannte militärische Spezialoperation ins richtige Licht zu rücken.
Das Pionierlager Artek auf der Krim war der Inbegriff der glücklichen sowjetischen Kindheit. 1925 erst als Sanatorium für Tuberkulosevorsorge eröffnet, bestand das Lager nur aus einigen Zelten am Strand, einer Fahnenstange und einem Appellplatz. Bereits in den 30er Jahren wurde es ausgebaut und ist zum Traumland und Wunschziel vieler Generationen von Pionieren geworden. Nach dem Zerfall der UdSSR wurde Artek zum heiligen Gral der Sowjetnostalgie.
Dass er keines natürlichen Todes sterben wird, war für manche schon im Februar 2023 klar – rund vier Monate vor seiner Meuterei. Am 23. August wurde Wagner-Chef Prigoshin nach einem Flugzeugabsturz für tot erklärt.
Belarussen, die nach Polen fliehen, Flüchtlingskrise an der Grenze, Wagner-Söldner in Belarus – die belarussisch-polnischen Beziehungen sind seit geraumer Zeit starken Spannungen ausgesetzt.
Die ostslawischen Sprachen Russisch, Belarussisch und Ukrainisch stehen in einem engen Verhältnis zueinander — und haben doch jeweils eigene Wurzeln. Der Sprachwissenschaftler Jan Patrick Zeller beleuchtet die Geschichte dieser Sprachen, die vom Kreml im Krieg gegen die Ukraine immer wieder propagandistisch umgedeutet wird.
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